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Leben und Arbeiten in Katar

Kaffeetrinkendes Pärchen

Leben und Arbeiten in Deutschland, © colourbox

04.12.2017 - Artikel

Allgemeines

In Katar leben geschätzt  etwa 2000 Deutsche, der Großteil davon in der Hauptstadt Doha. Auch deutsche Unternehmen haben hier Niederlassungen. Das Land bietet neben einer dynamischen Wirtschaft recht angenehme Lebensumstände, die im Sommer allerdings von einem extrem feucht-heißen Klima getrübt werden. In dieser Jahreszeit ist an ein Leben an frischer Luft nicht zu denken, dafür sind alle öffentlichen und privaten Gebäude klimatisiert. Die Infrastruktur ist sehr gut entwickelt, es gibt einen ausreichenden - allerdings mit Deutschland verglichen sehr teuren - Wohnungsmarkt und eine deutsche Schule in Doha.

Die folgenden Hinweise sollen Ihnen dabei helfen, sich in Katar zurecht zu finden.

Informationsstelle für Auswanderer und Auslandstätige

Visum für Katar

Deutsche Staatsangehörige benötigen für die Einreise nach Katar - unabhängig von Auf­enthaltsdauer und -zweck - stets ein Einreisevisum. Die Einholung eines Visums vor Antritt der Reise ist für deutsche Staatsangehörige nicht erforderlich. Das (Touristen-)Visum wird für Inhaber deutscher Reisepässe gegen Gebühr am Flughafen Doha erteilt.

Der vorläufige deutsche Reisepass und der deutsche Kinderausweis berechtigen nicht zur visafreien Einreise in Katar, bzw. sind nicht ausreichend für die katarische visa-upon-arrival-Regelung. Inhaber vorläufiger deutscher Reisepässe können Visa nicht bei Einreise am Flughafen erhalten, sondern müssen diese vorab bei der katarischen Botschaft Berlin beantragen.

Alle Reisedokumente müssen stets mit einem Lichtbild des jeweiligen Passinhabers ausgestattet sein. Kinder, die noch im Reisepass der Eltern eingetragen sind, müssen ebenfalls mit Lichtbild eingetragen sein. Die Botschaft empfiehlt, eigene Pässe mit Lichtbild für mitreisende Kinder ausstellen zu lassen.

Der Reisepass muss zum Zeitpunkt der Einreise noch mind. 6 Monate gültig sein.

Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts

Arbeitsaufnahme in Katar

Der Arbeitsmarkt in Katar ist bei einem anhaltend hohen Wirtschaftswachstum auch in einigen Branchen für Deutsche interessant. Für die meisten Stellen gilt allerdings ein wesentlich niedrigeres Lohnniveau als in Deutschland (z.B. ungelernte Arbeiter ab 200 EUR/Monat, qualifizierte Hotelangestellte ab 800 EUR/Monat).
Spezialisierte Fähigkeiten im technischen oder Managementbereich sind hier gefragt und oft auch sehr gut bezahlt, hinzu kommt das günstige steuerliche Umfeld Katars (keine direkte Einkommensteuer). Es lohnt sich, den Markt vor einem Engagement gründlich zu studieren und ggf. Rat beim Delegiertenbüro der deutschen Wirtschaft oder einem Rechtsanwalt vor Ort einzuholen (insbesondere vor Vertragsabschluss).

Amtssprache in Katar ist Arabisch, Arbeitssprache ist Englisch; ohne fließende Kenntnisse in einer dieser Sprachen ist eine Bewerbung in Katar zwecklos. Insbesondere Arabischkenntnisse können zu einer besseren Stelle verhelfen.

Die Botschaft Doha kann leider keine Stellenvermittlung leisten.
Stellenanzeigen finden Sie u.a. in den  englischsprachigen Tageszeitungen  The Peninsula und der   Gulf Times  

Bevor Sie einen katarischen Arbeitsvertrag unterschreiben, sollten Sie diesen unbedingt prüfen lassen und sich mit dem katarischen ‘Sponsorship System/ ‘Kafalah System‘ auseinandersetzen. In vielen Fällen bietet der Arbeitgeber seinen Arbeitnehmern Unterkünfte und ggf. Schulversorgung für die Kinder an. Dies ist jedoch nicht immer der Fall. Sollten z.B. keine Unternehmensunterkünfte zur Verfügung stehen, beachten Sie bitte, dass die Mietkosten in Katar sehr hoch sind und leicht bei 2.500,- bis 3.000,-€ pro Monat liegen können. Gleiches gilt für den Besuch einer (internationalen Schule). Hier liegen die Kosten schnell bei ca. 600,-€ pro Monat.

Exit Permit
Für die Ausreise aus Katar benötigen Sie als Arbeitnehmer ein sogenanntes ‚Exit-Permit‘ (Kinder und Ehefrauen benötigen kein Exit Permit, sofern diese ein ‚Familienvisum‘ besitzen). Es ist Ihnen nicht gestattet, das Land ohne dieses Exit Permit zu verlassen. Insbesondere bei Streitigkeiten mit dem Arbeitgeber/Sponsor oder bei Vertragsabwicklung und Beendigung des Arbeitsverhältnisses gibt es nicht selten Schwierigkeiten. Sofern Sie z.B. eine Unterkunft des Arbeitgebers gestellt bekommen haben, kann es passieren, dass Sie einerseits das Land nicht verlassen dürfen und andererseits keine Unterkunft haben. Rechtsanwaltskosten sind hoch und Verfahren langwierig.
Das ausländische Recht regelt manches anders als das deutsche
Die Unterstützungsmöglichkeiten der deutschen Auslandsvertretungen sind sehr eingeschränkt, die Betreuung durch die Deutsche Botschaft in Doha weitestgehend ausgeschlossen und in der Praxis nahezu unmöglich.
Um einen Rechtsstreit zu vermeiden, rät die Botschaft eine einvernehmliche Lösung zu erreichen und ggf. einen Mediator hinzuzuziehen.

Das Katarische Arbeitsministerium ist beauftragt in arbeitsrechtlichen Auseinandersetzungen zu vermitteln und eine außergerichtliche Lösung zu finden. Eine Beschwerde kann über die Website der  Regierung  Hukoomi   eingereicht werden.
Alternativ kann man seine Beschwerde über den Arbeitgeber über die Telefonnumer: +974 4440 6406 stellen bzw. sich von einem Beamten beraten lassen. 

Kredite/Banken/Travel Ban
Neben der Problematik des ‘Exit Permit‘ ist es gängige Praxis, dass bei Kündigung bzw. Beendigung des Arbeitsverhältnis die Bank umgehend einen sogenannten ‚Travel Ban‘ über Sie verhängt und Sie Katar nicht verlassen dürfen, bis Sie sämtliche Schulden beglichen haben. Dazu gehören sowohl ausstehende Kreditkartenzahlungen als auch ein negatives Kontoguthaben oder ein langjähriger Kredit. Der Arbeitgeber ist rechtlich dazu aufgefordert, die Bank über Ihr Ausscheiden aus dem Beschäftigungsverhältnis zu informieren. Sie sollten daher immer in der Lage sein, Ihre Kredite bzw. Konten auszugleichen/zurückzuzahlen.

Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass alle Auskünfte zu aufenthalts- und arbeitsrechtlichen Fragen durch die Botschaft Doha und andere deutsche Behörden immer nur ohne Gewähr erfolgen können, da es sich hierbei um Auskünfte über katarisches Recht handelt.  
Diese können sich kurzfristig ändern, ohne dass die Botschaft dies sofort erfährt.

Beim Bundesverwaltungsamt in Köln gibt es eine Informationsstelle für Auswanderer und Auslandstätige, Informationsstelle für ausländisches Recht, die Ihnen Informationen zur Verfügung stellen kann. 
Tel: 0049-22899-358-4999
Fax 0049-22899-10-3588399
Montags bis Freitags von 8.00 Uhr bis 16:30 Uhr
E-Mail: infostelleAuswandern@bva.bund.de
www.auswandern.bund.de
www.bundesverwaltungsamt.de

Daneben können Sie sich auch wie folgt informieren:

Aufenthaltsgenehmigung/Arbeitsgenehmigung

Bitte beachten Sie insbesondere, dass zum Erhalt einer Arbeitsgenehmigung in Katar die Vorlage eines aktuellen legalisierten Polizeilichen Führungszeugnisses sowie Ihre Berufsabschlüsse (z.B. Hochschulabschluss) in legalisierter Form erforderlich sind. Sie sollten sich daher bereits kurz vor Ausreise aus Deutschland um diese Formalitäten kümmern. Die Legalisation wird von der Katarischen Botschaft in Berlin vorgenommen. Weitere Informationen hier

Ihre weiteren Fragen werden von der Botschaft des Staates Katar in Berlin beantwortet:

Botschaft des Staates Katar in Berlin
Hagenstr. 56
14193 Berlin
Telefon: +49 30 8620 60
Fax: +49 30 8620 6150
E-Mail: info@embassy-qatar.de
http://botschaft-katar.de/

Alternativ können Sie sich an die Einwanderungsbehörde in Katar wenden:

Ministry of Interior of the State of Qatar

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