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Außenpolitik

09.06.2017 - Artikel

Stand: März 2018

Grundlinien der Außenpolitik

Katar verfolgt eine unabhängige und selbstbewusste Außenpolitik. Erklärtes Ziel ist es, äußere Souveränität und innere Stabilität des Landes zu gewährleisten sowie den katarischen Einfluss v.a. in der arabischen Welt auszubauen. Für die äußere Sicherheit Katars sind bilaterale Vereinbarungen mit den USA wesentlich.

Außenpolitik im multilateralen Rahmen

Katar ist am 16. November  1971, bereits zwei Wochen nach Erklärung der Unabhängigkeit, den Vereinten Nationen (VN) beigetreten und gehört mittlerweile zahlreichen internationalen und regionalen Organisationen an. 2006/07 war Katar für zwei Jahre nicht-ständiges Mitglied im VN-Sicherheitsrat und von 2007 bis 2013 Mitglied im Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen.

Außenpolitik im regionalen Rahmen

Gute Beziehungen zu den Nachbarstaaten des Golfkooperationsrates (GKR), insbesondere Saudi-Arabien, sind für Katar alleine aus seiner geographischen Mittellage im Persischen Golf grundsätzlich von großer Bedeutung. Inhaltliche Differenzen mit Teilen des GKR sorgen jedoch immer wieder für Spannungen, insbesondere zur Frage des Umgangs mit dem politischen Islam/der Muslimbruderschaft. Zuletzt haben Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain, Ägypten („Allianz“) sowie weitere Staaten am 5. bzw. 6. Juni 2017 ihre diplomatischen Beziehungen zu Katar abgebrochen sowie die direkten Wirtschafts- und Handelsbeziehungen abgebrochen. Die Allianz wirft Katar mangelndes Engagement gegen bzw. Unterstützung von Terrorismus vor und beharrt auf Erfüllung einer im Juni 2017 vorgelegten Liste mit 13 Punkten. Eine Lösung der Katar-Krise zeichnet sich weiterhin nicht ab. Der Emir von Kuwait ist mit der Vermittlung im Rahmen des Golfkooperationsrats betraut.Im Rahmen der Krise mit seinen Nachbarstaaten wurde Katar auch aus der von Saudi-Arabien koordinierten Militärkoalition zur Widerherstellung der legitimen Regierung in Jemen ausgeschlossen.

Katar unterhält traditionell Beziehungen zu Iran, vor allem im wirtschaftlichen Bereich (Katar teilt sich das weltgrößte Erdgasfeld mit Iran).Den Nukleardeal mit Iran hat die Regierung in Doha begrüßt. Die katarisch-iranischen Beziehungen wurden jedoch vor allem in den letzten beiden Jahren durch die unterschiedlichen Positionen im Syrien-Konflikt belastet. Zwischen Januar 2016 bis August 2018 waren die diplomatischen Beziehungen in Folge eines Angriffes auf die saudi-arabischen Auslandsvertretungen in Iranauf Geschäftsträgerniveau herabgestuft. Die Rückkehr des katarischen Botschafters nach Teheran wurde auch mit der logistischen Unterstützung Irans (Lebensmittellieferungen und Nutzung des Luftraumes) im Rahmen der Krise-Katars mit seinen Nachbarstaaten begründet.

Die Beziehungen zu Ägypten hatten sich seit Absetzung von Präsident Mursi deutlich abgekühlt und auf Geschäftsträgerniveau herabgestuft. Katar hatte die Regierung Mursi und die Muslimbruderschaft u.a. finanziell unterstützt. Im Juni 2017 hat Ägypten wie die anderen Staaten der Allianz seine diplomatischen Beziehungen mit Katar abgebrochen.

Seit 2012 hat die Hamas ein Auslandsbüro in Katar.

Mit der Türkei verbindet Katar regional- und wirtschaftspolitische Interessen sowie eine ideologische Nähe. Es gibt einen regen politischen und wirtschaftlichen Austausch. 

Beziehungen zu weiteren Staaten

Die USA, Großbritannien und Frankreich sind die für Katar wichtigsten westlichen Partner. Sie garantieren aus Katar Sicht dessen Sicherheit und sind wirtschaftlich wie militärisch stark im Land präsent. Im Zuge der Krise Katars mit seinen Nachbarn hat diese Überzeugung noch zugenommen, und Katar hat die politische und militärische Zusammenarbeit noch intensiviert.

Katar ist an einer vertieften Zusammenarbeit mit Deutschland interessiert. Weiterhin spielen Japan und Korea als Hauptabnehmer katarischen Flüssiggases eine bedeutende Rolle, ferner Indien als Wirtschaftspartner und Hauptherkunftsland ausländischer Arbeitnehmer. Die Beziehungen zu China gewinnen stetig an Bedeutung.

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